Bestrebung um MSC-Zertifizierung und Engagement

Die Krabbenfischerei befindet sich im Bewertungsprozess nach MSC-Standard.

 

Verbraucher und Umweltschutzorganisationen üben zunehmend Druck auf den Einzelhandel aus, damit Produkte aus nachhaltig zertifizierten Fischereien angeboten werden. Ein wichtiger Grund für die deutsche Krabbenfischerei, das MSC-Siegel anzustreben. Um das Zertifikat erreichen zu könnnen, muss ein Bestandsmanagement vorhanden sein, da nur so die nachhaltige Nutzung garantiert werden kann. 

Das MSC-Siegel ist das einzig weltweit anerkannte Zertifikat für nachhaltig gefangenen Wildfisch. Es signalisiert Verbrauchern, dass der zertifizierte Fisch aus einem gesunden Bestand stammt, der mit umweltfreundlichen und bestandsschonenden Methoden befischt wird. Vergeben wird das Label vom Marine Stewardship Council, einer gemeinnützigen Organisation mit dem erklärten Ziel, Lösungen für das Problem der Überfischung zu bieten. Der MSC wurde 1997 auf Initiative von Unilever und WWF gegründet und finanziert seine Arbeit vorwiegend durch Stiftungsgelder, Spenden und Lizenzgebühren für die Verwendung des MSC-Logos.

Fischereien, die sich um das Zertifikat bewerben, müssen strenge Standards für nachhaltige Fischerei sowie für die Rückverfolgbarkeit ihrer Fänge erfüllen und ein langwieriges Bewertungsverfahren durchlaufen.

Die EzDK ist an dem Zertifizierungsverfahren der deutschen Krabbenfischerei nach dem MSC-Standard beteiligt und engagiert sich vor diesem Hintergrund mit circa 150.000 Euro an zwei Forschungsprojekten. Die Krabbenfischer der EzDK arbeiten dabei mit Wissenschaftlern des Braunschweiger Thünen-Instituts, der Universität Hamburg und der ICES Arbeitsgruppe Crangon zusammen und unterstützen die Vermeidung von Beifang durch sinnvolle technische Verbesserungen.

Die deutschen Krabbenfischer haben einen Managementplan entwickelt, der auch ein System enthält, mit dem der Bestand überwacht und die Fischerei im Falle eines Bestandrückgangs eingeschränkt werden kann. Diesen Managementplan unterstützt die EzDK uneingeschränkt. Um die Maßnahmen zur Überwachung des Bestandes zu beurteilen, haben das Thünen-Institut und das Institut für Hydrobiologie und Fischereiwissenschaft der Universität Hamburg den Plan analysiert. Die wissenschaftliche Analyse hat den Ansatz der Fischerei bestätigt und weitere Vorschläge erbracht, um das System in der Praxis besser anwenden zu können.

Das Zertifizierungsverfahren belebt die konstruktive Zusammenarbeit zwischen Fischerei und Forschung.

Beim Krabbenfischereitag in Büsum wurden am 28. März 2014 erste Ergebnisse dreier Forschungsvorhaben zur weiteren Minimierung der Einflüsse der Krabbenfischerei auf die Meeresumwelt vorgestellt. Dabei wurde deutlich, dass die Länder Niedersachsen und Schleswig-Holstein, die Wissenschaft und die Krabbenfischerei gleiche Interessen verfolgen.

Mit dem Land Schleswig-Holstein wurde ein weiteres einjähriges Projekt, in dem die bisherigen Ergebnisse durch das Thünen-Institut gebündelt und wissenschaftliche Grundlagen für ein nachhaltiges Management geschaffen werden sollen, verabredet.

Geschäftsführung und Krabbenfischer der EzDK unterstützen die Zusammenarbeit mit den Ländern und Wissenschaftlern zugunsten einer ökologisch wie ökonomisch optimierten Krabbenfischerei.

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